Traube Trimbach: Der Keller der 1001 Weine

Das Restaurant Traube Trimbach ist seit langem berühmt für seine kreative, avantgardistische Küche. Wussten Sie jedoch, dass der Gastrotempel auch für Weinfreunde die Schatzkammer Ali Babas ist? Der Chefkoch Arno Sgier und sein Sommelier Gabor Mezöfi berichten von der beeindruckenden Sammlung, die auf einer Leidenschaft basiert, die 1993 Wurzeln geschlagen hat.

Arno Sgier ist ein Epikuräer, der sich ebenso mit Herzblut für die Produkte engagiert, die er verarbeitet, wie für die Weine, die er mit Vergnügen kennenlernt und degustiert. Er kann sich denn auch nicht vorstellen, ein gutes Essen ohne den perfekt dazu passenden Wein zu geniessen. Auf die Idee, den Gästen einen Weinkeller mit einer beeindruckenden Vielfalt unterschiedlicher Tropfen anzubieten, kam er 1993. Fast dreissig Jahre später umfasst der Keller über tausend verschiedene Weinsorten! Für Arno Sgier ist in der Küche wie in der Önologie die geschmackliche Ausgewogenheit entscheidend. «Enthält ein Wein viel Säure, darf das Gericht nicht allzu sauer sein. Man kombiniert folglich leichte Gerichte mit eleganten Weinen, die dennoch einen gewissen Charakter bewahren. ZU gehaltvollen Speisen werden vorzugsweise kräftige Weine serviert, die sich durch eine gute Struktur und einen ausgeprägten Charakter auszeichnen», erklärt der Chef.

Doch selbst wenn die Leidenschaft für gute Weine beim Sternekoch angeboren ist, käme es ihm nicht in den Sinn, die Auswahl ohne seinen Sommelier Gabor Mezöfi zu treffen, der seit 12 Jahren in der «Traube» Trimbach tätig ist. Dessen Lieblingsgegend ist die Pfalz in Deutschland. «Es gibt dort eine enorme Vielfalt an Rieslingweinen, die leider extrem unterschätzt sind. Ihre Frische und Mineralität sind einzigartig und lassen sich wunderbar mit vielen Gerichten kombinieren.» Und für jene, die noch Zweifel haben, empfiehlt der Sommelier nachdrücklich den Riesling Marcobrunn GG von Schloss Schönborn im Rheingau: «Ein grosser, klassischer Genuss, der perfekt zu einem mit konfierten Entenschenkel gefüllten Dim Sum passt.»

Einer der vier Weinkeller des Restaurants Traube Trimbach

Um die kulinarische Welt des Chefs optimal zu ergänzen, setzt Gabor Mezöfi hauptsächlich auf authentische, intensive und reintönige Weine. Und wenn der Sommelier uns seine schönste Schweizer Trouvaille in seiner Ali-Baba-Höhle verraten müsste, würde er zweifellos den Pinot Noir Rissieux der Domaine de la Rochette (NE) nennen, den er für einen der grössten Weine der Schweiz hält. Hat er noch weitere Nuggets? Den Grain Ermitage von Marie-Thérèse Chappaz, ein sehr trockener und komplexer Wein, oder auch den Clos Syrah Léonne der Domaine Peyre Rose im Languedoc; dunkel, straff und 100% Terroir.

Arno Sgier und sein Sommelier sind sich in der Wahl ihrer Favoriten einig, der Chef hat ebenfalls ein Faible für deutsche Rieslingweine und Crus aus dem Burgund. Aber in seiner fast unendlich grossen Sammlung gibt es einen, auf den Arno Sgier besonders stolz ist: den Riesling Saumagen Auslese RR von Köhler-Ruprecht aus Kallstatt. Er ist beim breiten Publikum kaum bekannt, gehört indes bei jenen, die wie der Spitzenkoch den deutschen Riesling besonders schätzen, ein absolutes Muss!

Schliesslich verraten uns Arno Sgier und sein Sommelier ihr Geheimnis der Selektion der Neuankömmlinge für den Wunderkeller: Die Weine müssen durch ihre Typizität überzeugen.

Foto Kredit : Adrian Ehrbar

«Letztlich haben jene, die Qualität zu schätzen wissen, selbst Qualität.»

Chef Arno Sgier

Entdecken Sie die vollständige und regelmässig aktualisierte Weinauswahl des Restaurants sowie die Speiskarte auf der Website: https://traubetrimbach.ch

Geschnetzeltes Kalbfleisch nach Zürcher Art

Das Kalbsgeschnetzelte nach Zürcher Art ist ein Spitzengericht im Restaurant Le Pavillon im Hotel Baur au Lac, dessen Rezept seit vielen Generationen von Koch zu Koch weitergegeben wird. Laurent Eperon verrät seine Version dieses Gerichts sowie die Zutaten, die seinen Erfolg garantieren !

Foto Kredit : Adrian Ehrbar

«Ich reise sehr gerne und während meiner Eskapaden ist es für mich wichtig, ein typisches Gericht der Regionen zu probieren, die ich bereise. Dieses Gericht ist eine Tradition, die in der Schweizer Küche nicht ignoriert werden darf. Es war für mich unvorstellbar, es nicht à la carte anzubieten!»

Laurent Eperon

Zutaten (4 Personen)

600 g Kalbs Filet Mignon, Prime 10 g Mehl Salz und Weisser Pfeffer aus der Mühle 40 g Sonnenblumen Öl 30 g Butter 400 g Champignons, gewaschen 250 g Weisswein, trocken 100 g brauner Kalbsfond 800 g Vollrahm 35% Salz und Weisser Pfeffer aus der Mühle 20 g Petersilie, gewaschen und gehackt

Ein Rezept seit vielen Generationen von Koch zu Koch weitergegeben wird.

Laurent Eperon

Geschnetzeltes Kalbfleisch


Zubereitung

Kalbs Filet Mignon in 6mm dicke Scheiben schneiden. Fleisch mit Mehl, Salz und Pfeffer abschmecken. Öl in Sautoir stark erhitzen. Das möglichst trockene Fleisch dazugeben, Butter hinzufügen und unter Rühren mit der Bratgabel rasch leicht anbraten. Öl durch ein Sieb abgiessen, Fleisch in Servierschüssel warmstellen. Im gleichen Sautoir die Champignons zugeben und mit Weisswein ablöschen, vollständig einkochen. Auffüllen mit Kalbsfond und Rahm, zur Hälfte einkochen. Auf den Siedepunkt erhitzen. Sauce auf das Fleisch giessen, vermengen. Mit Petersilie garnieren.  

Sofort servieren mit einer knusprigen Rösti.

Guten Appetit !

Entdecken Sie alle Informationen über das Restaurant und das Hôtel auf Ihrer Website  : https://www.bauraulac.ch/en

Die Herbstkarte von Bernadette Lisibach

Drei Fragen an Bernadette Lisibach, die uns ihre neue Herbstkarte vorstellt. Die Sterneköchin des Restaurants Neue Blumenau, die vom GaultMillau zur Köchin des Jahres 2015 gekürt worden war, erzählt von ihren herbstlichen Aromen und ihrem neuen Take-Away-Service.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

LGTDS: Wo haben Sie die Inspirationen für Ihre neue Herbstkarte gefunden?

BL: Ich bin gerne in der Natur. Die frische Luft und und die ganze Umgebung geben mir in diesen Augenblicken tausendundeine Ideen für die Küche. Dabei überrasche ich meine Gäste gerne mit einer Neuinterpretation von Produkten, die ihnen vertraut sind. Herbstliche Produkte neigen dazu, herber und kräftiger im Aroma zu sein. Das ist für mich eine Gelegenheit, den Gästen etwas in Vergessenheit geratene Gerichte und Erzeugnisse zu servieren, etwa ein gesottenes Rindsfilet oder einfach eine Lömmenschwiler Quitte zum Nachtisch. Für mich ist es jedoch Ehrensache, den Schwerpunkt auf eine zugängliche Küche zu legen.

LGTDS: Welches Gericht auf Ihrer neuen Karte mögen Sie besonders?

BL: Ich habe eine Schwäche für die Vorspeise mit Hummer und Miesmuscheln sowie für das Mörschwiler Rindsentrecote, da diese beiden Gerichte von der Stärke unserer Küche zeugen. Für mich ist es wichtig, die Vorspeisen besonders sorgfältig zuzubereiten, da sie die Finesse unserer Küche demonstrieren. Der Hauptgang erlaubt dann, das zentrale Produkt möglichst natürlich und einfach zu präsentieren, um den Gästen seinen authentischen Geschmack zu vermitteln.

„Ich arbeite gerne mit hochwertigen regionalen Produkten.“

Bernadette Lisibach

Ich achte besonders auf die Herkunft der Erzeugnisse, mit denen ich arbeite, insbesondere beim Fleisch und Fisch. Diesen Aspekt meiner Küche kennen und schätzen unsere Stammgäste. Ich arbeite gerne mit hochwertigen regionalen Produkten. So weiss ich etwa beim Fleisch, woher es kommt und wie der Bauer arbeitet. Für mich ist es wichtig, mich auf diese Art von Vertrauensverhältnis verlassen zu können.

LGTDS: Sie bieten auch einen Take-Away-Service an. Können Sie uns kurz dazu etwas sagen?

BL: Tatsächlich haben Stammgäste, die meine Küche auch in diesen „Corona“-Zeiten geniessen wollen, diese Idee angeregt. Deshab habe ich einen Abholservice konzipiert, damit unsere Kundschaft meine Gerichte zu Hause geniessen kann. Ich ergänze meine Gerichte zum Mitnehmen durch Zeichnungen und Anleitungen, so dass es für sie sehr einfach ist, die Gerichte fertigzukochen und sie auf dem Teller schön anzurichten, damit sie zu Hause ein bisschen «Neue Blumenau» vorfinden.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Der Take-Away-Service ist jeweils für die Wochenenden geöffnet. Sie können am Freitag ab 15 Uhr bestellen und Ihr Menü am Freitag und Samstag zwischen 16 und 17.30 Uhr abholen. Zahlreiche Spezialitäten von Bernadette Leisibach können online ab 30 Franken für zwei Personen bestellt und zu Hause genossen werden!

Alle Informationen über das Restaurant Neue Blumenau und den Take-Away-Service finden Sie im Web.

Porträt : La Fleur de Sel

Carlo Crisci war für einen kreativen Beruf prädestiniert. Und da sein Vater das «Dent de Lys» in Les Paccots FR führte, wo er von Kindsbeinen an die Brigaden in der Küche und im Speisesaal beobachten konnte, war ihm das Gastgewerbe vertraut. Den Ausschlag gab dann 1976 ein Buch, das ihm seine Frau Christine geschenkt hatte. Es war die «Cuisine Gourmande» von Michel Guérard, einem der Väter der Nouvelle Cuisine, der dort verriet, wie man auch zu Hause originelle Rezepte realisiert. «Das machte mir bewusst, dass Kochen Spass machen kann.»

Das Chef Carlo Crisci

Von Carlo Criscis unbestreitbarer Kreativität konnten die Gäste während Jahren in seinem Restaurant Le Cerf (zwei Michelin-Sterne und 18/20 Gault&Millau-Punkte) profitieren, das er seit 1982 zusammen mit seiner Frau führte. Charakteristisch für seine Küche ist die raffinierte ästhetische Präsentation auf den Tellern, aber auch die immer wieder neu interpretierten Aromen unter Wahrung der Essenz jedes Produkts. Saison für Saison verstand es Carlo, sich neu zu erfinden und die Liebhaber guter Küche ebenso zu begeistern wie die bekanntesten Gastroführer und Tester.

Im Dezember 2019 hielt in dem mit Bravour geführten Haus ein anderes Konzept Einzug. Das in «Fleur de Sel» umbenannte Restaurant bewahrt zwar die DNA des «Cerf», bietet jedoch eine Rückbesinnung auf das Wesentliche und eine erschwingliche Gastronomie. «Ich hatte Lust, die Dinge zu vereinfachen, eine andere Küche zu servieren. Deshalb habe ich einige der edelsten und teuersten Produkte durch günstigere ersetzt. Und statt einer Myriade von Brotsorten biete ich nur noch eine an. Mit diesen subtilen Anpassungen ist es mir gelungen, die Preise auf einen Drittel zu senken», fasst der ehemalige Sternekoch zusammen.

Romain Dercile, Carlo Crisci und François Gautier führen das Restaurant gemeinsam. (Foto Kredit: Adrian Ehrbar)

Seither wird das «Fleur de Sel» von zwei Ehemaligen des «Cerf» geführt, dem Sommelier und Oberkellner François Gautier sowie dem Küchenchef Romain Dercile, während Carlo Crisci die Rolle des Coachs spielt. Er steht den Beiden zurzeit noch täglich zur Seite und gibt sein Wissen und Können weiter. Eines Tages sollen sie den Betrieb ganz übernehmen und als Patrons führen.

Die Freunde erlesener Küche können sich vor Ort davon überzeugen, dass das handwerkliche Geschick nach wie vor dominiert. Davon zeugen so elegant präsentierte Gerichte mit raffinierten Aromen wie das «Ciselé de lisette en duo de reine des prés et salicorne» oder das «Cœur de filet de bœuf à la broche, jus tendu au Pinot noir aux flaveurs de carvi». Es fehlt auch nicht an Vielfalt und Abwechslung, da der Chef die Karte alle drei Wochen neu zusammenstellt, um die Frische der Saisonprodukte zu nutzen, und auch ein vegetarisches Menü anbietet.

Die Ambiance des Restaurants bleibt unverändert, abgesehen von einigen Anpassungen. Neu wurde eine Bar mit Öffnung zum Speisesaal eingerichtet, während das Gewölbe mit seinem Sandstein-Farbton nach wie vor für ein angenehmes, weiches Licht sorgt.

«La Fleur de Sel» ist wirklich etwas ganz Besonderes für alle, die eine kreative Feinschmeckerküche zu fairen Preisen zu schätzen wissen.

Alle Informationen finden Sie auf der Website des Restaurants: https://www.lafleurdesel.ch