Porträt : La Fleur de Sel

Carlo Crisci war für einen kreativen Beruf prädestiniert. Und da sein Vater das «Dent de Lys» in Les Paccots FR führte, wo er von Kindsbeinen an die Brigaden in der Küche und im Speisesaal beobachten konnte, war ihm das Gastgewerbe vertraut. Den Ausschlag gab dann 1976 ein Buch, das ihm seine Frau Christine geschenkt hatte. Es war die «Cuisine Gourmande» von Michel Guérard, einem der Väter der Nouvelle Cuisine, der dort verriet, wie man auch zu Hause originelle Rezepte realisiert. «Das machte mir bewusst, dass Kochen Spass machen kann.»

Das Chef Carlo Crisci

Von Carlo Criscis unbestreitbarer Kreativität konnten die Gäste während Jahren in seinem Restaurant Le Cerf (zwei Michelin-Sterne und 18/20 Gault&Millau-Punkte) profitieren, das er seit 1982 zusammen mit seiner Frau führte. Charakteristisch für seine Küche ist die raffinierte ästhetische Präsentation auf den Tellern, aber auch die immer wieder neu interpretierten Aromen unter Wahrung der Essenz jedes Produkts. Saison für Saison verstand es Carlo, sich neu zu erfinden und die Liebhaber guter Küche ebenso zu begeistern wie die bekanntesten Gastroführer und Tester.

Im Dezember 2019 hielt in dem mit Bravour geführten Haus ein anderes Konzept Einzug. Das in «Fleur de Sel» umbenannte Restaurant bewahrt zwar die DNA des «Cerf», bietet jedoch eine Rückbesinnung auf das Wesentliche und eine erschwingliche Gastronomie. «Ich hatte Lust, die Dinge zu vereinfachen, eine andere Küche zu servieren. Deshalb habe ich einige der edelsten und teuersten Produkte durch günstigere ersetzt. Und statt einer Myriade von Brotsorten biete ich nur noch eine an. Mit diesen subtilen Anpassungen ist es mir gelungen, die Preise auf einen Drittel zu senken», fasst der ehemalige Sternekoch zusammen.

Romain Dercile, Carlo Crisci und François Gautier führen das Restaurant gemeinsam. (Foto Kredit: Adrian Ehrbar)

Seither wird das «Fleur de Sel» von zwei Ehemaligen des «Cerf» geführt, dem Sommelier und Oberkellner François Gautier sowie dem Küchenchef Romain Dercile, während Carlo Crisci die Rolle des Coachs spielt. Er steht den Beiden zurzeit noch täglich zur Seite und gibt sein Wissen und Können weiter. Eines Tages sollen sie den Betrieb ganz übernehmen und als Patrons führen.

Die Freunde erlesener Küche können sich vor Ort davon überzeugen, dass das handwerkliche Geschick nach wie vor dominiert. Davon zeugen so elegant präsentierte Gerichte mit raffinierten Aromen wie das «Ciselé de lisette en duo de reine des prés et salicorne» oder das «Cœur de filet de bœuf à la broche, jus tendu au Pinot noir aux flaveurs de carvi». Es fehlt auch nicht an Vielfalt und Abwechslung, da der Chef die Karte alle drei Wochen neu zusammenstellt, um die Frische der Saisonprodukte zu nutzen, und auch ein vegetarisches Menü anbietet.

Die Ambiance des Restaurants bleibt unverändert, abgesehen von einigen Anpassungen. Neu wurde eine Bar mit Öffnung zum Speisesaal eingerichtet, während das Gewölbe mit seinem Sandstein-Farbton nach wie vor für ein angenehmes, weiches Licht sorgt.

«La Fleur de Sel» ist wirklich etwas ganz Besonderes für alle, die eine kreative Feinschmeckerküche zu fairen Preisen zu schätzen wissen.

Alle Informationen finden Sie auf der Website des Restaurants: https://www.lafleurdesel.ch

Porträt : Gasthof Sternen

Der Gasthof Sternen steht im Ortskern von Wangen bei Dübendorf, einem idyllischen Bauerndorf im Kanton Zürich. Der stattliche Bau beeindruckt allein schon durch seine Geschichte. Seine ältesten Teile stammen aus dem 16. Jahrhundert. Das verleiht ihm einen authentischen Charme, dem Bild entsprechend, das man von einer traditionellen Dorfwirtschaft hat.

Die rustikale Holztäfelung, der knarrende Eichenboden und die imposanten Nussbaumtische machen den Charakter der gemütlichen Gaststube aus. Auch das Fine Dining Restaurant Badstube hat ein ganz eigenes Ambiente. Das restaurierte alte Gewölbe kontrastiert mit einer grossen Glasfassade, die den Raum grosszügig mit Tageslicht erfrischt.

Das Badstube

Dieser historische Rahmen verspricht eine kleine Reise in die Vergangenheit und unvergessliche kulinarische Erlebnisse. Sie geniessen Gerichte, die vorwiegend aus regionalen Produkten komponiert werden und bei denen auf Frische und die Farben der Jahreszeit gesetzt wird. Der Chef Matthias Brunner lässt sich von seinem Alltag inspirieren: etwa einem guten Essen bei einem Kollegen, einem Rundgang am Markt, einer Fotografie, dem Besuch bei seinem Gärtner, einem Rezeptbuch… «Wichtig ist, dass man nicht einfach ein Gericht nachkocht, sondern ihm die eigene Handschrift verleiht.» So bringt Matthias den Charakter jeder Zutat, die er mit Leidenschaft und grosser Sorgfalt verarbeitet, zur Geltung. Und dies immer mit grösstem Respekt vor dem Produkt, um seinen Gästen eine gepflegte Spitzenküche zu bieten.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

«Wichtig ist, dass man nicht einfach ein Gericht nachkocht, sondern ihm die eigene Handschrift verleiht.»

Matthias Brunner

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Matthias begann seine Ausbildung in einem traditionellen Landgasthof und machte sich dort mit den Grundlagen des Kochberufs vertraut. Bei diversen Stationen, auch im Ausland, entdeckte er die Vielfalt der Gastronomie und Hotellerie. Insbesondere Frédy Girardet und Daniel Bumann gaben seiner Ausbildung den letzten Schliff. Von ihnen übernahm Matthias nicht nur viele neue, praktische Kenntnisse. An der Seite des legendären Girardet lernte er den Respekt vor den Produkten. Er entdeckte ihre spezifischen Qualitäten, Geschmacksvarianten und Aromen und wie man sie optimal verarbeitet. In der Zusammenarbeit mit Bumann wurde ihm bewusst, wie wichtig es ist, Beständigkeit und Präzision zu vereinen, zwei Fähigkeiten, die einen grossen Koch auszeichnen.


Zu den saisonalen Hits von Matthias Brunner gehören geschmorte Randen mit einem Zimtflan und Strohkartoffen oder Taglierini mit Trüffeln aus dem Zürcher Oberland.


Während seiner Ausbildung bei Daniel Bumann lernte Matthias seine Frau Bettina kennen. Seither arbeitet das Paar Hand in Hand, er in der Küche und sie im Service, und jeder neue Tag macht ihnen sichtlich Spass. Das Paar hat drei Kinder; das jüngste wurde 2005 geboren, im Jahr der Übernahme des Gasthofs Sternen. Heute ist das Restaurant mit einem Michelin-Stern und 15 GaultMillau-Punkten einer der attraktivsten Treffpunkte der Schweizer Gastronomie. Lassen Sie sich von seiner Magie bezaubern: Bei einem feinen, von einem sorgfältig ausgewählten Wein aus dem gutbestückten Keller begleiteten Mahl scheint in der Badstube die Zeit stillzustehen.


Porträt Restaurant Rössli, Bad Ragaz

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Wenn Sie gelegentlich im St. Galler Rheintal sind, sollten Sie das Restaurant Rössli in Bad Ragaz nicht verpassen. Dieses charmant eingerichtete kleine Hotelrestaurant wird Ihnen ebenso gefallen wie der Empfang durch das Besitzerpaar Doris und Ueli Kellenberger.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Ueli Kellenberger hat sich schon früh für Ernährung und Nahrungsmittel interessiert, ist er doch in einer Metzgerfamilie aufgewachsen und so automatisch mit diesem Bereich vertraut geworden. Deshalb war ihm bald klar, dass er eines Tages Koch werden möchte. Seine Laufbahn führte ihn in die besten Restaurants der Schweiz, wie das Suvretta House in St. Moritz, das Castello del Sol in Ascona und das Hotel Kulm in Arosa. Ueli hat das Kochen nicht nur zu seinem Beruf, sondern auch zu seiner Leidenschaft gemacht. Der Rössli-Koch ist immer auf der Suche nach neuen Inspirationen und verbringt seine Freizeit damit, neue Weine und Produkte zu entdecken. Sein Leitmotiv? Menschen finden, die seine Liebe zur Kochkunst teilen.

Das «Rössli» war ursprünglich ein Gasthaus im Besitz der Familie Kellenberger, der auch der angrenzende Bauernhof und die Metzgerei gehörten. Das Restaurant wurde 2003 vollständig renoviert und zu einem Gourmetrestaurant mit einer modernen, eleganten und einladenden Inneneinrichtung umgebaut, in dem Sie aussergewöhnliche Gerichte zusammen mit grossen Weinen geniessen können, die die beiden auf ihren Reisen durch Europa aufgespürt haben.

Als wir Ueli Kellenberger baten, die Küche zu beschreiben, die er in seinem Restaurant serviert, das vom GaultMillau mit 16 Punkten und vom «Feinschmecker»-Magazin mit 3F benotet ist, erklärte er, seine Inspirationen in der internationalen Küche zu finden. Das zeigt sich, wenn die Gäste entdecken, dass sich auf ihren Tellern die Speisekarte der Welt präsentiert: Scampi aus Südafrika, Carnaroli-Risotto und Gemüse oder kross gebratenes Zanderfilet mit Zucchetti, grünem Curry und Basmati-Reis. Die Karte hält das Versprechen und lädt zu einem genussvollen exotischen Ausflug mitten in der Schweiz ein.

Für den Küchenchef ist es wichtig, mit absolut frischen Produkten vor allem aus der Region von Bad Ragaz zu kochen. So bezieht er das Fleisch aus der Familienmetzgerei, die heute sein Bruder führt. Die Mehrheit der von ihm verwendeten Erzeugnisse stammen aus biologischer Produktion, «aus dem einfachen Grund, weil sie besser schmecken».

Doris im Empfang und im Speisesaal, Ueli an der Spitze der Küche: das ist seit 23 Jahren die Erfolgsformel für dieses beeindruckende Duo. Das Geheimnis ihres Erfolgs? Das Ehepaar hält sich an eine strikte Aufgabentrennung, während es wichtige Entscheidungen gemeinsam trifft, was Gewähr für ein ausgewogenes Arbeiten bietet. In einem Wettkampf messen sich Ueli und Doris nur auf dem Golfplatz!

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Website des Restaurants: https://roessliragaz.ch/

Porträt Nouvo Bourg, Saillon

Porträt des Küchenchefs Grégoire Antonin

Für Grégoire Antonin ist Kochen eine Berufung. Der Fünfzehnjährige entdeckt in verschiedenen Schnupperlehren die Atmosphäre in der Küche einer traditionellen Brasserie. Dort bewundert er die Leidenschaft, mit der die Brigade ihre Arbeit ausführt, aber auch die grenzenlose Kreativität, die das Kochen ermöglicht. Nach der Koch- und einer zusätzlichen Bäckerlehre bildet sich der zukünftige Chef bei mehreren Spitzenköchen weiter, von Jean-Maurice Joris bis zum Sternekoch Didier de Courten. Dank diesen verschiedenen Erfahrungen lernt er die Exzellenz, Strenge und auch die grosse Finesse kennen, die Gerichte der gehobenen Küche auszeichnen.

Dabei träumt Grégoire aber immer davon, eines Tages sein eigenes Restaurant zu eröffnen. Er wagt den Sprung 2016, als er ein gemütliches und einladendes Lokal im Herzen des mittelalterlichen Walliser Burgstädtchens Saillon entdeckt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Fabienne, einer passionierten Kennerin der Gastronomie, die mehrere Jahre in einer Önothek gearbeitet hat.

Das Paar kann das Restaurant übernehmen und neu als «Nouvo Bourg» eröffnen! Als Ausgleich zum geschichtsträchtigen Charakter des Zentrums von Saillon entscheidet es sich für eine puristische, aber elegante Dekoration in Sandtönen, die für eine zwanglose Atmosphäre sorgt und dazu einlädt, eine gepflegte Saisonküche ohne Schnickschnack zu geniessen. Grégoire will seine Gäste mit vier verschiedenen Menüs pro Jahr überraschen und setzt dabei auf frische lokale Produkte, vor allem aber auf eine Terroirküche in zeitgemässem Geist für Feinschmecker. Das Menü kann nach Wahl à la carte aus drei Vorspeisen, vier Hauptgerichten und drei Desserts zusammengestellt werden, ergänzt durch gastronomische Menüs.

Und bei Grégoire Antonin zu Gast zu sein bedeutet, eine Küche zu entdecken, die auf der Suche nach Texturen spielt. Der Küchenchef, dessen Phantasie keine Grenzen kennt, verarbeitet ein Gemüse gerne auf verschiedene Arten, von einer knackigen über eine weiche bis hin zur überbackenen Variante. Dabei fällt eine Note auf, die auf seine Herkunft und Prägung durch die italienischen Küche seiner Mutter und seiner Grossmutter verweist. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, ein neu interpretiertes Risotto oder Colonnataspeck auf dem Teller zu entdecken. Geniesser werden den Erfindungsreichtum von Grégoire Antonin so richtig schätzen können, wenn sie sich von der Kreativität des Küchenchefs mitreissen lassen.

Doch bei einer solchen Genussreise darf natürlich eine Auswahl an Qualitätsweinen nicht fehlen. Fabienne weiss das bestens, und deshalb bietet der Keller etwa tausend Flaschen mit aussergewöhnlichen Walliser und italienischen Provenienzen. Zudem präsentiert sie den Feinschmeckern jeweils einen Schweizer Wein des Monats aus einer der verschiedenen Weinbauregionen des Landes.

Last, not least sind die beiden Gastronomen des «Nouvo Bourg» vom Wunsch beseelt, die Freude an ihrer Arbeit mit Gerichten weiterzugeben, die die Menschen glücklich machen. Ein Wunsch, der Lust auf Entdeckungen macht!

Mehr Informationen über: www.nouvobourg.ch