Porträt Restaurant Rössli, Bad Ragaz

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Wenn Sie gelegentlich im St. Galler Rheintal sind, sollten Sie das Restaurant Rössli in Bad Ragaz nicht verpassen. Dieses charmant eingerichtete kleine Hotelrestaurant wird Ihnen ebenso gefallen wie der Empfang durch das Besitzerpaar Doris und Ueli Kellenberger.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Ueli Kellenberger hat sich schon früh für Ernährung und Nahrungsmittel interessiert, ist er doch in einer Metzgerfamilie aufgewachsen und so automatisch mit diesem Bereich vertraut geworden. Deshalb war ihm bald klar, dass er eines Tages Koch werden möchte. Seine Laufbahn führte ihn in die besten Restaurants der Schweiz, wie das Suvretta House in St. Moritz, das Castello del Sol in Ascona und das Hotel Kulm in Arosa. Ueli hat das Kochen nicht nur zu seinem Beruf, sondern auch zu seiner Leidenschaft gemacht. Der Rössli-Koch ist immer auf der Suche nach neuen Inspirationen und verbringt seine Freizeit damit, neue Weine und Produkte zu entdecken. Sein Leitmotiv? Menschen finden, die seine Liebe zur Kochkunst teilen.

Das «Rössli» war ursprünglich ein Gasthaus im Besitz der Familie Kellenberger, der auch der angrenzende Bauernhof und die Metzgerei gehörten. Das Restaurant wurde 2003 vollständig renoviert und zu einem Gourmetrestaurant mit einer modernen, eleganten und einladenden Inneneinrichtung umgebaut, in dem Sie aussergewöhnliche Gerichte zusammen mit grossen Weinen geniessen können, die die beiden auf ihren Reisen durch Europa aufgespürt haben.

Als wir Ueli Kellenberger baten, die Küche zu beschreiben, die er in seinem Restaurant serviert, das vom GaultMillau mit 16 Punkten und vom «Feinschmecker»-Magazin mit 3F benotet ist, erklärte er, seine Inspirationen in der internationalen Küche zu finden. Das zeigt sich, wenn die Gäste entdecken, dass sich auf ihren Tellern die Speisekarte der Welt präsentiert: Scampi aus Südafrika, Carnaroli-Risotto und Gemüse oder kross gebratenes Zanderfilet mit Zucchetti, grünem Curry und Basmati-Reis. Die Karte hält das Versprechen und lädt zu einem genussvollen exotischen Ausflug mitten in der Schweiz ein.

Für den Küchenchef ist es wichtig, mit absolut frischen Produkten vor allem aus der Region von Bad Ragaz zu kochen. So bezieht er das Fleisch aus der Familienmetzgerei, die heute sein Bruder führt. Die Mehrheit der von ihm verwendeten Erzeugnisse stammen aus biologischer Produktion, «aus dem einfachen Grund, weil sie besser schmecken».

Doris im Empfang und im Speisesaal, Ueli an der Spitze der Küche: das ist seit 23 Jahren die Erfolgsformel für dieses beeindruckende Duo. Das Geheimnis ihres Erfolgs? Das Ehepaar hält sich an eine strikte Aufgabentrennung, während es wichtige Entscheidungen gemeinsam trifft, was Gewähr für ein ausgewogenes Arbeiten bietet. In einem Wettkampf messen sich Ueli und Doris nur auf dem Golfplatz!

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Website des Restaurants: https://roessliragaz.ch/

Die Bouillabaisse von Laurent Eperon

„Die Bouillabaisse ist für mich eine Erinnerung an meine Kindheit. Als ich klein war, gab es dieses Gericht bei Wiedersehenstreffen und Festen. Es ist für mich mit starken Emotionen verbunden, die ich in dieser gastronomischen Kreation wieder zum Ausdruck bringen wollte.“

Laurent Eperon

Zutaten für 10 Personen

Fischsuppen-Basis

200 g Champignons de Paris
200 g Schalotten
80 g Fenchel
80 g Selleriegrün
100 ml Olivenöl
100 ml Noilly Prat
120 ml Pernod
1000 ml Weißwein
2000 ml Fischfond
20 g Knoblauchzehe
700 g Steinbuttabschnitte
700 g Seezungenabschnitte
700 g Meerbarbe ganz und kleingeschnitten
700 g Miesmuscheln in Schale
700 g Herzmuscheln in Schale
500 g Mittelmeer-Strandkrabben
40 g Tomatenmark
1 Messerspitze Lorbeerblatt
1 Orange
88 Korianderkörner
1 Messerspitze frischer Estragon
1 Messerspitze Petersilienstengel
1 Messerspitze Kerbelzweige
1 Messerspitze Fenchelkraut
3 g Safranfäden

Alle Zutaten dünsten, mit Noilly Prat und Pernod ablöschen, mit Weisswein und Fischfond auffüllen und für zirka 60 Minuten köcheln lassen. Während des Köchelns wiederholt abschäumen.
Masse durch ein grobes Sieb passieren, Fischsuppenbasis, das Olivenöl und den Saft der Menton-Zitronen mit einem Stabmixer binden. Durch ein feines Sieb passieren, abschmecken und zur Seite stellen.

Zum Binden

300 ml Olivenöl Picual (Castillo de Canena, Spanien)
1 Messerspitze Saft von Menton-Zitronen

Garnituren

(Nettogewicht)
100 g Gemüsebrunoise (Karotten, Lauch, Kohlrabi)
30 ml Pernod
1 g Safranfäden
10 Krevetten Rosso di Mazara, ganz
200 g Seezungenfilet
20 Bouchot-Miesmuscheln, ganz
300 g Loup de mer de ligne, Filet
200 g Steinbuttflossen, ganz
10 Bretagne-Hummer-Medaillons von 15 g
Dill-Estragon-Öl

Gemüsebrunoise dünsten, mit Pernod ablöschen und mit Safranfäden abschmecken. Auf die Seite stellen. Alle Fische und Krustentiere 5 Minuten dämpfen, mit Fleur de Sel würzen.

Rouille

Safranreduktion
1 Flasche (7,5dl) Noilly Prat mit 5 g Safranfäden auf 100 ml reduzieren
3 Eigelb
300 ml Traubenkernöl
1 tl Knoblauchöl
Tabasco, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Zubereiten wie eine Mayonnaise: Eier, Noilly-Prat-Reduktion und alle Zutaten rühren, mit Traubenkernöl binden. Abschmecken.

Brotchips

Baguettes
Knoblauchöl
Butter

Baguettes in Croûtonform schneiden, mit Knoblauchbutter bestreichen und im Ofen bei 180°C während 10 Minuten goldbraun rösten.

Anrichten

Fisch, Krustentiere und Gemüsebrunoise in 10 tiefen, warmen Tellern anrichten. Brotcroûtons mit der Rouille bestreichen, ebenfalls in die Teller legen. Die Fischsuppe erhitzen und in die Teller giessen.

… Guten Appetit !

Um die Rezepte des Küchenchefs zu probieren, gehen Sie in das Restaurant Le Pavillon du Baur Au Lac. Reservierung und Informationen über: https://www.bauraulac.ch

Porträt Nouvo Bourg, Saillon

Porträt des Küchenchefs Grégoire Antonin

Für Grégoire Antonin ist Kochen eine Berufung. Der Fünfzehnjährige entdeckt in verschiedenen Schnupperlehren die Atmosphäre in der Küche einer traditionellen Brasserie. Dort bewundert er die Leidenschaft, mit der die Brigade ihre Arbeit ausführt, aber auch die grenzenlose Kreativität, die das Kochen ermöglicht. Nach der Koch- und einer zusätzlichen Bäckerlehre bildet sich der zukünftige Chef bei mehreren Spitzenköchen weiter, von Jean-Maurice Joris bis zum Sternekoch Didier de Courten. Dank diesen verschiedenen Erfahrungen lernt er die Exzellenz, Strenge und auch die grosse Finesse kennen, die Gerichte der gehobenen Küche auszeichnen.

Dabei träumt Grégoire aber immer davon, eines Tages sein eigenes Restaurant zu eröffnen. Er wagt den Sprung 2016, als er ein gemütliches und einladendes Lokal im Herzen des mittelalterlichen Walliser Burgstädtchens Saillon entdeckt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Fabienne, einer passionierten Kennerin der Gastronomie, die mehrere Jahre in einer Önothek gearbeitet hat.

Das Paar kann das Restaurant übernehmen und neu als «Nouvo Bourg» eröffnen! Als Ausgleich zum geschichtsträchtigen Charakter des Zentrums von Saillon entscheidet es sich für eine puristische, aber elegante Dekoration in Sandtönen, die für eine zwanglose Atmosphäre sorgt und dazu einlädt, eine gepflegte Saisonküche ohne Schnickschnack zu geniessen. Grégoire will seine Gäste mit vier verschiedenen Menüs pro Jahr überraschen und setzt dabei auf frische lokale Produkte, vor allem aber auf eine Terroirküche in zeitgemässem Geist für Feinschmecker. Das Menü kann nach Wahl à la carte aus drei Vorspeisen, vier Hauptgerichten und drei Desserts zusammengestellt werden, ergänzt durch gastronomische Menüs.

Und bei Grégoire Antonin zu Gast zu sein bedeutet, eine Küche zu entdecken, die auf der Suche nach Texturen spielt. Der Küchenchef, dessen Phantasie keine Grenzen kennt, verarbeitet ein Gemüse gerne auf verschiedene Arten, von einer knackigen über eine weiche bis hin zur überbackenen Variante. Dabei fällt eine Note auf, die auf seine Herkunft und Prägung durch die italienischen Küche seiner Mutter und seiner Grossmutter verweist. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, ein neu interpretiertes Risotto oder Colonnataspeck auf dem Teller zu entdecken. Geniesser werden den Erfindungsreichtum von Grégoire Antonin so richtig schätzen können, wenn sie sich von der Kreativität des Küchenchefs mitreissen lassen.

Doch bei einer solchen Genussreise darf natürlich eine Auswahl an Qualitätsweinen nicht fehlen. Fabienne weiss das bestens, und deshalb bietet der Keller etwa tausend Flaschen mit aussergewöhnlichen Walliser und italienischen Provenienzen. Zudem präsentiert sie den Feinschmeckern jeweils einen Schweizer Wein des Monats aus einer der verschiedenen Weinbauregionen des Landes.

Last, not least sind die beiden Gastronomen des «Nouvo Bourg» vom Wunsch beseelt, die Freude an ihrer Arbeit mit Gerichten weiterzugeben, die die Menschen glücklich machen. Ein Wunsch, der Lust auf Entdeckungen macht!

Mehr Informationen über: www.nouvobourg.ch

«Der Zunfttisch»

Foto : Yoshiko Kusano

Wollten Sie noch nie wissen, wie unsere Vorfahren die Kunst der Gastronomie gepflegt haben? Ivo Adam, der renommierte Küchenchef des Casino Bern, bietet in seinem Restaurant eine multisensorische Zeitreise an, die die gastronomischen Gewohnheiten von einst mit der kulinarischen Geschichte der Schweiz verbindet.

Foto: David Toldo

Am «Zunfttisch» entdecken Sie in einer Gruppe von maximal 14 Gästen das kulinarische Erbe der Berner. 500 Jahre Schweizer Geschichte werden mit amüsanten historischen Anekdoten und diskreten audiovisuellen Animationen erzählt. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Biber einst als Fisch angesehen wurde?

Die Soiree verläuft im Rhythmus des 9-Gänge-Menüs, das Küchenchef Ivo Adam und seine Brigade komponiert haben. Jedere Teller nimmt Sie mit auf eine Reise, denn sie sind direkt von den Rezepten unserer Berner Vorfahren inspiriert und nur mit einem Hauch Modernität gewürzt. Auf der Speisekarte: Kalbshaxe mit Sultaninen, Weingranité nach dem ältesten Gewürzweinrezept der Schweiz oder eine Tarte Tatin mit Zwiebeln als Hommage an das grösste Berner Volksfest. Und um Sie bestmöglich zu bedienen, fungiert der Küchenchef während des gesamten Abends auch als Gastgeber am «Zunfttisch».

Entdecken Sie im Restaurant des Casino Bern einen einzigartigen Ort, an dem sich Geschichte und Moderne treffen, gespeist aus einer einzigen Quelle: der Kochkunst. Eine Mischung aus Kunst, Kultur und Gastronomie auf ein und derselben Bühne.

Das Erlebnis in Buchform

Um diesen Genussmoment unvergesslich zu machen, hat Ivo Adam in Zusammenarbeit mit Claudia Engler, Roman Tschäppeler und Benedikt Meyer das Buch «Am Zunfttisch – Ein Einblick in das kulinarische Erbe Berns» herausgegeben. Blättern Sie in seinen Seiten und entdecken Sie die Bräuche und kulinarischen Höhepunkte der Bundesstadt. Der Band  enthält auch 30 eigene Rezepte des Küchenchefs, darunter jene aller im Lauf des Abends servierten Gerichte. Das Buch mit 240 Seiten ist separat und ab sofort im Handel oder auf der Website des Casino Bern für 69 Franken erhältlich.

Bestellen Sie Ihr Buch online via: https://shop.casinobern.ch

Praktische Informationen:

  • Wegen COVID-19 können wir nur geschlossene Gruppen von maximal 14 Personen akzeptieren.