Die Herbstkarte von Bernadette Lisibach

Drei Fragen an Bernadette Lisibach, die uns ihre neue Herbstkarte vorstellt. Die Sterneköchin des Restaurants Neue Blumenau, die vom GaultMillau zur Köchin des Jahres 2015 gekürt worden war, erzählt von ihren herbstlichen Aromen und ihrem neuen Take-Away-Service.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

LGTDS: Wo haben Sie die Inspirationen für Ihre neue Herbstkarte gefunden?

BL: Ich bin gerne in der Natur. Die frische Luft und und die ganze Umgebung geben mir in diesen Augenblicken tausendundeine Ideen für die Küche. Dabei überrasche ich meine Gäste gerne mit einer Neuinterpretation von Produkten, die ihnen vertraut sind. Herbstliche Produkte neigen dazu, herber und kräftiger im Aroma zu sein. Das ist für mich eine Gelegenheit, den Gästen etwas in Vergessenheit geratene Gerichte und Erzeugnisse zu servieren, etwa ein gesottenes Rindsfilet oder einfach eine Lömmenschwiler Quitte zum Nachtisch. Für mich ist es jedoch Ehrensache, den Schwerpunkt auf eine zugängliche Küche zu legen.

LGTDS: Welches Gericht auf Ihrer neuen Karte mögen Sie besonders?

BL: Ich habe eine Schwäche für die Vorspeise mit Hummer und Miesmuscheln sowie für das Mörschwiler Rindsentrecote, da diese beiden Gerichte von der Stärke unserer Küche zeugen. Für mich ist es wichtig, die Vorspeisen besonders sorgfältig zuzubereiten, da sie die Finesse unserer Küche demonstrieren. Der Hauptgang erlaubt dann, das zentrale Produkt möglichst natürlich und einfach zu präsentieren, um den Gästen seinen authentischen Geschmack zu vermitteln.

„Ich arbeite gerne mit hochwertigen regionalen Produkten.“

Bernadette Lisibach

Ich achte besonders auf die Herkunft der Erzeugnisse, mit denen ich arbeite, insbesondere beim Fleisch und Fisch. Diesen Aspekt meiner Küche kennen und schätzen unsere Stammgäste. Ich arbeite gerne mit hochwertigen regionalen Produkten. So weiss ich etwa beim Fleisch, woher es kommt und wie der Bauer arbeitet. Für mich ist es wichtig, mich auf diese Art von Vertrauensverhältnis verlassen zu können.

LGTDS: Sie bieten auch einen Take-Away-Service an. Können Sie uns kurz dazu etwas sagen?

BL: Tatsächlich haben Stammgäste, die meine Küche auch in diesen „Corona“-Zeiten geniessen wollen, diese Idee angeregt. Deshab habe ich einen Abholservice konzipiert, damit unsere Kundschaft meine Gerichte zu Hause geniessen kann. Ich ergänze meine Gerichte zum Mitnehmen durch Zeichnungen und Anleitungen, so dass es für sie sehr einfach ist, die Gerichte fertigzukochen und sie auf dem Teller schön anzurichten, damit sie zu Hause ein bisschen «Neue Blumenau» vorfinden.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Der Take-Away-Service ist jeweils für die Wochenenden geöffnet. Sie können am Freitag ab 15 Uhr bestellen und Ihr Menü am Freitag und Samstag zwischen 16 und 17.30 Uhr abholen. Zahlreiche Spezialitäten von Bernadette Leisibach können online ab 30 Franken für zwei Personen bestellt und zu Hause genossen werden!

Alle Informationen über das Restaurant Neue Blumenau und den Take-Away-Service finden Sie im Web.

Porträt : La Fleur de Sel

Carlo Crisci war für einen kreativen Beruf prädestiniert. Und da sein Vater das «Dent de Lys» in Les Paccots FR führte, wo er von Kindsbeinen an die Brigaden in der Küche und im Speisesaal beobachten konnte, war ihm das Gastgewerbe vertraut. Den Ausschlag gab dann 1976 ein Buch, das ihm seine Frau Christine geschenkt hatte. Es war die «Cuisine Gourmande» von Michel Guérard, einem der Väter der Nouvelle Cuisine, der dort verriet, wie man auch zu Hause originelle Rezepte realisiert. «Das machte mir bewusst, dass Kochen Spass machen kann.»

Das Chef Carlo Crisci

Von Carlo Criscis unbestreitbarer Kreativität konnten die Gäste während Jahren in seinem Restaurant Le Cerf (zwei Michelin-Sterne und 18/20 Gault&Millau-Punkte) profitieren, das er seit 1982 zusammen mit seiner Frau führte. Charakteristisch für seine Küche ist die raffinierte ästhetische Präsentation auf den Tellern, aber auch die immer wieder neu interpretierten Aromen unter Wahrung der Essenz jedes Produkts. Saison für Saison verstand es Carlo, sich neu zu erfinden und die Liebhaber guter Küche ebenso zu begeistern wie die bekanntesten Gastroführer und Tester.

Im Dezember 2019 hielt in dem mit Bravour geführten Haus ein anderes Konzept Einzug. Das in «Fleur de Sel» umbenannte Restaurant bewahrt zwar die DNA des «Cerf», bietet jedoch eine Rückbesinnung auf das Wesentliche und eine erschwingliche Gastronomie. «Ich hatte Lust, die Dinge zu vereinfachen, eine andere Küche zu servieren. Deshalb habe ich einige der edelsten und teuersten Produkte durch günstigere ersetzt. Und statt einer Myriade von Brotsorten biete ich nur noch eine an. Mit diesen subtilen Anpassungen ist es mir gelungen, die Preise auf einen Drittel zu senken», fasst der ehemalige Sternekoch zusammen.

Romain Dercile, Carlo Crisci und François Gautier führen das Restaurant gemeinsam. (Foto Kredit: Adrian Ehrbar)

Seither wird das «Fleur de Sel» von zwei Ehemaligen des «Cerf» geführt, dem Sommelier und Oberkellner François Gautier sowie dem Küchenchef Romain Dercile, während Carlo Crisci die Rolle des Coachs spielt. Er steht den Beiden zurzeit noch täglich zur Seite und gibt sein Wissen und Können weiter. Eines Tages sollen sie den Betrieb ganz übernehmen und als Patrons führen.

Die Freunde erlesener Küche können sich vor Ort davon überzeugen, dass das handwerkliche Geschick nach wie vor dominiert. Davon zeugen so elegant präsentierte Gerichte mit raffinierten Aromen wie das «Ciselé de lisette en duo de reine des prés et salicorne» oder das «Cœur de filet de bœuf à la broche, jus tendu au Pinot noir aux flaveurs de carvi». Es fehlt auch nicht an Vielfalt und Abwechslung, da der Chef die Karte alle drei Wochen neu zusammenstellt, um die Frische der Saisonprodukte zu nutzen, und auch ein vegetarisches Menü anbietet.

Die Ambiance des Restaurants bleibt unverändert, abgesehen von einigen Anpassungen. Neu wurde eine Bar mit Öffnung zum Speisesaal eingerichtet, während das Gewölbe mit seinem Sandstein-Farbton nach wie vor für ein angenehmes, weiches Licht sorgt.

«La Fleur de Sel» ist wirklich etwas ganz Besonderes für alle, die eine kreative Feinschmeckerküche zu fairen Preisen zu schätzen wissen.

Alle Informationen finden Sie auf der Website des Restaurants: https://www.lafleurdesel.ch

Porträt : Gasthof Sternen

Der Gasthof Sternen steht im Ortskern von Wangen bei Dübendorf, einem idyllischen Bauerndorf im Kanton Zürich. Der stattliche Bau beeindruckt allein schon durch seine Geschichte. Seine ältesten Teile stammen aus dem 16. Jahrhundert. Das verleiht ihm einen authentischen Charme, dem Bild entsprechend, das man von einer traditionellen Dorfwirtschaft hat.

Die rustikale Holztäfelung, der knarrende Eichenboden und die imposanten Nussbaumtische machen den Charakter der gemütlichen Gaststube aus. Auch das Fine Dining Restaurant Badstube hat ein ganz eigenes Ambiente. Das restaurierte alte Gewölbe kontrastiert mit einer grossen Glasfassade, die den Raum grosszügig mit Tageslicht erfrischt.

Das Badstube

Dieser historische Rahmen verspricht eine kleine Reise in die Vergangenheit und unvergessliche kulinarische Erlebnisse. Sie geniessen Gerichte, die vorwiegend aus regionalen Produkten komponiert werden und bei denen auf Frische und die Farben der Jahreszeit gesetzt wird. Der Chef Matthias Brunner lässt sich von seinem Alltag inspirieren: etwa einem guten Essen bei einem Kollegen, einem Rundgang am Markt, einer Fotografie, dem Besuch bei seinem Gärtner, einem Rezeptbuch… «Wichtig ist, dass man nicht einfach ein Gericht nachkocht, sondern ihm die eigene Handschrift verleiht.» So bringt Matthias den Charakter jeder Zutat, die er mit Leidenschaft und grosser Sorgfalt verarbeitet, zur Geltung. Und dies immer mit grösstem Respekt vor dem Produkt, um seinen Gästen eine gepflegte Spitzenküche zu bieten.

Fotocredit : Adrian Ehrbar

«Wichtig ist, dass man nicht einfach ein Gericht nachkocht, sondern ihm die eigene Handschrift verleiht.»

Matthias Brunner

Fotocredit : Adrian Ehrbar

Matthias begann seine Ausbildung in einem traditionellen Landgasthof und machte sich dort mit den Grundlagen des Kochberufs vertraut. Bei diversen Stationen, auch im Ausland, entdeckte er die Vielfalt der Gastronomie und Hotellerie. Insbesondere Frédy Girardet und Daniel Bumann gaben seiner Ausbildung den letzten Schliff. Von ihnen übernahm Matthias nicht nur viele neue, praktische Kenntnisse. An der Seite des legendären Girardet lernte er den Respekt vor den Produkten. Er entdeckte ihre spezifischen Qualitäten, Geschmacksvarianten und Aromen und wie man sie optimal verarbeitet. In der Zusammenarbeit mit Bumann wurde ihm bewusst, wie wichtig es ist, Beständigkeit und Präzision zu vereinen, zwei Fähigkeiten, die einen grossen Koch auszeichnen.


Zu den saisonalen Hits von Matthias Brunner gehören geschmorte Randen mit einem Zimtflan und Strohkartoffen oder Taglierini mit Trüffeln aus dem Zürcher Oberland.


Während seiner Ausbildung bei Daniel Bumann lernte Matthias seine Frau Bettina kennen. Seither arbeitet das Paar Hand in Hand, er in der Küche und sie im Service, und jeder neue Tag macht ihnen sichtlich Spass. Das Paar hat drei Kinder; das jüngste wurde 2005 geboren, im Jahr der Übernahme des Gasthofs Sternen. Heute ist das Restaurant mit einem Michelin-Stern und 15 GaultMillau-Punkten einer der attraktivsten Treffpunkte der Schweizer Gastronomie. Lassen Sie sich von seiner Magie bezaubern: Bei einem feinen, von einem sorgfältig ausgewählten Wein aus dem gutbestückten Keller begleiteten Mahl scheint in der Badstube die Zeit stillzustehen.


Rezept von Guy Ravet : Rinderbackenravioli

Der Präsident der Grandes Tables de Suisse und Chefkoch des Familienunternehmens L’Ermitage des Ravet hat den GaultMillau in seine Küche eingeladen, um ihm ein hervorragendes Rezept für saftige Rinderbackenravioli zu präsentieren. Ein wahrer Genuss, den Guy Ravet anbietet und der auch zu Hause zubereitet werden kann.

Mehr Infos über das Restaurant: https://www.ravet.ch/2019/

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