Martin Dalsass, der «Olivenöl-Papst»

Eine kulinarische Kreation von Martin Dalsass.

Seit mehr als 20 Jahren als «Olivenöl-Papst» bekannt, hat Martin Dalsass, Küchenchef des Restaurants Le Talvo in Champfèr (St. Moritz), einen einzigartigen kulinarischen Stil entwickelt, sublimiert durch eine wahre Leidenschaft für Olivenöl. Der mit einem Michelin-Stern und 18 GaultMillau-Punkten ausgezeichnete Küchenchef, ständig auf der Suche nach der perfekten Harmonie der Aromen, spricht über diese Faszination für das, was er als Auslöser für seine Küche betrachtet. Interview.  

Grandes Tables Suisses: Wie kam es zu dieser Leidenschaft für Olivenöle in der Küche? Woher kommt Ihr Spitzname?  

Martin Dalsass: Meine Leidenschaft für diese Öle entstand 1986 während einer Verkostung mit einem grossen Freund, Rocco Lettieri, einem Meister der Olivenölproduktion.  

Es war eine echte gastronomische Offenbarung! An diesem Tag habe ich erkannt, dass der Einsatz des richtigen Öls in der Küche sich aus dem ständigen akribischen Streben nach dem Sublimieren des Produkts ergibt. So ist das Olivenöl zum Protagonisten meiner Küche geworden, sowohl wegen seiner organoleptischen Eigenschaften wie Geschmack, Aroma, Farbe, Textur und Fliessfähigkeit als auch wegen seiner ernährungsphysiologischen Eigenschaften – insbesondere weil es kein Cholesterol enthält.

Meinen Spitznamen hat das Magazin Gourmet erstmals im Jahr 2000 verwendet. Der Verleger nannte mich zuerst «Prince de l’huile d’olive». Das hat der Gastroführer GaultMillau übernommen, aber in «Pape de l’huile d’olive» umgetauft.

GTS: Mit wie vielen verschieden Ölen arbeiten Sie?  

MD: Normalerweise arbeite ich mit 8 bis 10 Olivenölen aus verschiedenen Regionen Italiens. Ich bevorzuge italienisches Olivenöl, weil dieses Land einzigartige territoriale und klimatische Eigenschaften hat. Es verfügt in den meisten Regionen über ein sehr breites Angebot an hervorragenden Ölen von grosser Vielfalt und unterschiedlichen Aromen. Die Möglichkeiten sind endlos!

GTS: Und mit welchem Öl am liebsten?   

MD: Es würde mir schwer fallen, nur ein einziges auszuwählen, denn jedes Öl hat seinen eigenen Charakter. Bitten Sie einen Önologen, nur einen Wein auszuwählen, und er wird vor dem gleichen Dilemma stehen: Es ist schlicht unmöglich!

Ich teile meine Olivenöle für jede Region in drei verschiedene Kategorien ein: fein, mittel und intensiv. Je nach den für das Gericht verwendeten Zutaten wähle ich das am besten geeignete Olivenöl. Zum Beispiel für Pasta, Artischocken, Hülsenfrüchte, Rucola, Lamm oder Fisch ein intensives Öl, bei Desserts oder weissem Fleisch bevorzuge ich ein mittleres Öl, und für Flusskrebse, Seefisch und Salate ein helles Öl. Der Einsatz des richtigen Olivenöls sorgt dafür, dass sich die Aromen gegenseitig hervorheben und im Gericht die perfekte Harmonie entsteht, die ich anstrebe.

Entdecken Sie die Auswahl an Olivenölen und Lieblingsprodukten von Martin Dalsass, die Sie sich nach Hause schicken lassen können: https://www.talvo.ch/media/food-line homepage 2021 en.pdf

GTS: Sie haben einen einzigartigen kulinarischen Stil, der sowohl mediterran als auch alpin und von Ihrer Herkunft aus dem Südtirol geprägt ist. Gehen Sie bei der Kreation von neuen Rezepten und Gerichten manchmal von einem bestimmten Öl aus oder brauche Sie es nur für den letzten Touch?  

MD: Da ich aus Südtirol am Fuss der Berge stamme, habe ich etwas kreiert, das ich gerne als «mediterrane Küche in den Alpen» bezeichne. Diese hat meinen Kochstil von Anfang an geprägt. In meinen Gerichten findet man Produkte aus dem Meer, aus Seen und Flüssen und den Bergen. Also ein vielfältiges und verschiedenartiges Angebot. Öl ist gewissermassen der Faden, der diese verschiedenen Elemente verbindet. Es ist also kein letzter Touch, sondern ein eigenständiger, ja sogar essentieller Bestandteil des Rezepts.

In meinen Gerichten findet man Produkte aus dem Meer, aus Seen und Flüssen und den Bergen. Also ein vielfältiges und verschiedenartiges Angebot. Öl ist gewissermassen der Faden, der diese verschiedenen Elemente verbindet.

Martin Dalsass
Fotocredit : Adrian Ehrbar

GTS: Woher stammen die Öle, die Sie benutzen?  

MD: Die von uns verwendeten Olivenöle stammen hauptsächlich aus der Region Garda, gefolgt von Venetien, der Toskana, Umbrien, den Marken und Sizilien.

GTS: Was ist Ihr Geheimnis, um ein gutes Öl zu erkennen und zu kaufen, und welches Öl bevorzugen Sie?  

MD: Degustieren, degustieren und… nochmals degustieren! Deshalb habe ich auch kein absolutes Lieblings-Olivenöl. Jedes muss speziell auf die Art des Gerichts abgestimmt sein und umgekehrt.

GTS: Die Verwendung eines hochwertigen Öls ist wahrscheinlich ein sehr unterschätzter Aspekt der Gastronomie. Können Sie uns sagen, was es zur Qualität Ihrer Gerichte beitragen kann?

MD: Olivenöl ist sehr wichtig, aber es hat die gleiche Bedeutung wie alle anderen Zutaten des Rezepts. Meiner Meinung nach muss es vor allem von bester Qualität sein. Sein Aroma, seine Frische und seine Dosierung bestimmen den Erfolg und die Ausgewogenheit eines Gerichts.

TS: Welche auf einem Ihrer Öle basierende Spezialität findet man auf der Speisekarte des Talvo? Können Sie uns ein Rezept nennen, das mit einem Ihrer Öle verfeinert wird?

MD: Eines der beliebtesten Gericht des Restaurants ist möglicherweise die Schokoladenmousse mit Olivenöl und Himbeeren! Hier ist das Rezept:

Rezept für Mousse au chocolat (Felchlin, Arriba 72%) mit Olivenöl und Himbeeren (8 Personen)

ZUTATENZUBEREITUNG
180 g schwarze Schokolade 125 g Olivenöl  Auflösen Die Schokolade mit dem Olivenöl im Wasserbad schmelzen. Eigelbe von Eiweissen trennen.  
3 Eigelbe 55 g ZuckerZur Mousse schlagen  Die Eigelbe mit dem Zucker zu einer luftigen Masse schlagen.  
3 Eiweisse 55 g Zucker  Steifschlagen Die Eiweisse mit dem Zucker zu luftigem  Eiweissschnee schlagen.  
200 g Schlagrahm Schokoladepulver  80 g Himbeeren 2 Esslöffel Himbeerpüree  Die Eigelb- und Eiweissmasse mit der flüssigen Schokolade verrühren. Dann den steif geschlagenen Rahm unterziehen. Die Mousse au Chocolat in die Dessertringe abfüllen und im Kühlschrank während mindestens 6 Stunden ruhen lassen.

Zubereitung der Portionenförmchen  

Die Schokoladen-Mousse in die Dessertringe verteilen und kühl stellen.

Präsentation des Desserts  

Die Dessertringe entfernen und die Mousse mit Schokoladepulver bestäuben. Die Mousse auf Teller setzen. Die Teller nach Lust und Laune mit den Himbeeren und dem Himbeerpüree dekorieren.

Sämtliche Informationen zum Restaurant Talvo finden Sie auf der Website: https://www.talvo.ch/

Die Green Actions des «Bernerhofs»

Das Viersternehotel Bernerhof im Zentrum von Gstaad zeichnet sich durch die hohe Qualität seiner Infrastruktur und die Vielfalt der angebotenen Aktivitäten aus. Brigitte und Thomas Frei setzen sich passioniert dafür ein, ihren Gästen einen unvergesslichen Aufenthalt zu bieten. Eines der Themen, die den Eigentümern am Herzen liegen, ist die Ökologie. Sie erzählen uns mehr darüber.

Thomas Frei

„Seither ist unsere Geschäftsphilosophie offiziell zertifiziert: gern und im Einklang mit der Nachhaltigkeit zu arbeiten.“

Thomas Frei

Grandes Tables Suisses: Wann haben Sie begonnen, Ihr Unternehmen umweltfreundlicher zu gestalten?  

Thomas Frei: Es ist ein Ansatz, der von innen kommen muss, aus der Überzeugung jedes Einzelnen, sich für die Umwelt und die Ökologie einzusetzen. Für uns ist es ein besonders wichtiges Thema, wir befinden uns in einer Bergregion und sind auf eine schöne Natur angewiesen, die wir schätzen und erhalten wollen.

GTS: Ist Luxus Ihrer Ansicht nach heute untrennbar mit dem Begriff Ökologie verbunden?  

TF: Luxus und Ökologie haben sich gegenseitig noch nie behindert. Hierzulande im Dezember Erdbeeren zu essen ist zum Beispiel kein Luxus, sondern einfach nur Dummheit. Heutzutage machen sich immer mehr Menschen Gedanken über dieses Thema, das uns alle auf verschiedenen Ebenen betrifft.  

Das Hotel Bernerhof. (Foto Kredit : Adrian Ehrbar)

GTS: Sie haben im Bernerhof ein ganzes Programm namens #fairstay aufgestellt. Können Sie uns etwas über die Auswirkungen dieser Zertifizierung erzählen?  

TF: Die Ibex-Fairstay-Zertifizierung bedeutet nicht nur, dass lokale Handwerker die Aufträge erhalten, dazu gehört auch, sorgfältig und schonend mit Ressourcen umzugehen: zum Beispiel mit Energie, Abfall, Einkäufen, Möbeln und Umwelt.

  • Die regionale Verankerung: Die Wertschöpfung muss in der Region bleiben. Das gilt für die Arbeitsplätze, die Verkürzung der Transportwege und anderes mehr.
  • Die soziale Ausgewogenheit: Das Personal soll faire Arbeitsbedingungen haben und sich ebenso wohlfühlen wie die Gäste.
  • Die Qualität des Managements: Organisation, Personalführung usw.  
  • Und letztlich die Finanzen und der Erfolg als Gewähr für einen wirtschaftlich gesunden Betrieb.  

GTS: Auf der gastronomischen Seite kommt etwa das Frühstück direkt aus der Region. Was für Gstaader Spezialitäten finden wir auf unseren Tellern?  

TF: Ja, das gilt für alle Milch- und Fleischprodukte sowie die Eier. Die Müesli, Getreideflocken usw., die wir servieren, kommen von der Dittling-Mühle. Sie produziert auch Zerealien ohne Zusatzstoffe.  

Foto Kredit : Adrian Ehrbar

GTS: Sie haben sowohl das Ibex-Fairstay-Label als auch das QIII-Label erhalten. Ist es in der Praxis schwierig, die verschiedenen Aspekte dieser Zertifizierungen umzusetzen?  

TF: Der Schweizer Tourismus-Verband hat uns kürzlich mit dem QIII-Zertifikat ausgezeichnet. Aber natürlich hat uns auch das Qualitätsmanagementsystem QIII geholfen, die Fairstay-Zertifizierung zu erhalten.

GTS: Was für Ergebnisse konnten Sie nach der Umsetzung all dieser Kriterien feststellen?  

TF: Seither ist unsere Geschäftsphilosophie offiziell zertifiziert: gern und im Einklang mit der Nachhaltigkeit zu arbeiten.  

GTS: In Ihrem Bergrestaurant Alp Züneweid kochen Sie auf einem Holzherd, ganz ohne Strom, das ist nicht einfach! Wie begrüssen Ihre Kunden diesen umweltfreundlichen Ansatz?  

TF: Unsere Gäste wissen das sehr zu schätzen. Selbst die renommiertesten Küchenchefs, wie die Familie Ravet, haben auf unserer Alp so gearbeitet. Das war eine sehr angenehme Erfahrung, die von allen geschätzt wurde!

GTS: Die Natur zu respektieren bedeutet letztlich auch, sie vollständig geniessen zu können. Was für eine Wanderung würden Sie uns dort derzeit empfehlen?  

TF: Wanderungen rund um den Lauenensee sind immer angenehm. Oder um den von Bäumen umgebenen Arnensee. Dort kommt man sich wie in Kanada vor. Etwas höher befindet sich auch die Alp Seeberg, deren Butter und Käse auf dem Frühstücksbuffet serviert werden, ein schönes Erlebnis für Naturfreunde!

Mehr Informationen über das Hotel Bernerhof auf: https://www.bernerhof-gstaad.ch/fr/  

Zu Tisch bei Michel Roth

Eine kulinarische Kreation von Michel Roth. Bildnachweis : Adrian Ehrbar

So weit er sich erinnern kann, hat Michel Roth zu Hause schon immer gern bei der Zubereitung der Mahlzeiten geholfen. Als sein Vater, selber kein Koch, erkannte, wie sehr ihm dies gefiel, ermutigte er ihn, doch diesen Beruf zu ergreifen. Heute lebt Michel seine Passion an der Spitze des Restaurants Bayview in Genf aus, das für seine Kochkunst einen Michelin-Stern und 18 GaultMillau-Punkten erhalten hat. Begegnung mit einem Kenner und Meister der Schweizer und französischen Gastronomie.

«Ich mochte die Düfte und liebte es, mit Kochen Freude zu bereiten. Es war eine Berufung, ich wusste es nur noch nicht.»

Michel Roth

Grandes Tables Suisses: Was kochen Sie während dieses Lockdowns?

Michel Roth: Die meiste Zeit plane ich nicht voraus und entscheide gerne spontan! Ich gehe auf den Markt und kaufe je nach meiner Eingebung und den dort angebotenen Produkten ein. Das kann ein Bœuf bourguignon sein, ein weisses Kalbsvoressen, Fisch, Geflügelfrikassee, Meeresfrüchte… Nichts schränkt mich da ein, ausser vielleicht meine Vorstellungskraft!

Obwohl ich gern auf traditionelle Gerichte setze, versuche ich immer, eine persönliche Note einzubringen, die dem Essen einen besonderen Touch verleiht. Das können im Bœuf bourguignon Schalotten sein oder in der Blanquette de veau ein paar Eisenkrautblätter. Ich versuche immer, kreativ zu sein und meiner Familie eine geschmackliche Überraschung zu bieten. Natürlich ist die Präsentation der Teller zu Hause einfacher als im Restaurant, weil es da ja weniger förmlich zugeht, aber der Geschmack stimmt, und das ist es, was zählt!

GTS: Haben Sie einen Vorschlag für ein Rezept, das die Leserinnen und Leser leicht zu Hause zubereiten können?

MR: Ein ganz einfaches Rezept, das ich regelmässig koche, ist ein Spiegelei in einer Scheibe Brot. Dafür schneide ich eine Scheibe Brot als Ring mit einem Loch in der Mitte zu und röste sie in einer Pfanne in Butter, bis sie beidseitig schön knusprig und goldbraun ist. Zum Schluss schlage ich in dem Loch ein Ei auf und serviere das Ganze, solange das Eigelb noch flüssig ist.  

Zu diesem Spiegelei-Rezept passt ein gemischter Salat an Walnussöl-Vinaigrette, dem Bündnerfleischspäne oder geräucherter Schinken eine rauchige Note verleihen. Das ergibt eine attraktive und gute Vorspeise, die sehr leicht zuzubereiten ist.

GTS: Auf welches Gericht freuen Sie sich besonders, wenn das «Bayview» wieder geöffnet werden kann?

MR: Ich freue mich darauf, mit meinem Team in die Küche zurückzukehren und eine meiner Spezialitäten zu kochen, die inzwischen ein grosser «Bayview»-Klassiker ist: Felchenfilet in Muscheljus mit Koriander und kleine, mit Waadtländer Tomme-Käse gefüllte Ravioli. Das ist eine meiner eigenen Kreationen, die ich hier seit meiner Ankunft serviere, und sie gehört zu den Lieblingsgerichten unserer treuen Gäste.

GTS: Sie sind von der französischen Gastronomie geprägt. Gibt es ein typisches Schweizer Gericht, das Sie besonders gern kochen und warum? Wie haben Sie es neu interpretiert.

MR: Ich arbeite gern mit Fisch, und da bieten sich natürlich die beliebten Filets de perche oder Eglifilets an. Ich koche regelmässig ein Rezept für Fish and Chips auf Gourmet-Art, serviert mit Artischocken und Fenchel sowie einer Petersiliensauce, die an eine traditionelle Sauce tartare erinnert.

Bar aux coquillages, coulis de cresson, agnoletti ˆ la brousse, tartare dÕhuitres et caviar

GTS: Veranlasst Sie die aktuelle Covid-19-Situation, sich eine neue Form vorzustellen, wie man Lebensmittel konzipieren und konsumieren könnte?  

MR: Müsste ich die Situation zusammenfassen, würde ich sagen, dass das Ganze auch eine sehr positive Seite hat. Denn die geltenden gesundheitlichen Einschränkungen veranlassen uns, lokale Produzenten zu bevorzugen und mit dem zu arbeiten, was je nach Jahreszeit hier vorhanden ist. Das zwingt uns, zu einer authentischeren und einfacheren Küche zurückzukehren. In letzter Zeit waren wir übrigens bereits auf dem richtigen Weg, denn der bewusste und verantwortungsvolle Konsum liegt im Trend. Die Pandemie begünstigt dieses Verhalten und den respektvollen Umgang mit Tieren, Produkten und Lieferanten zusätzlich.

Wir haben uns angewöhnt, alles zu schnell zu machen und auch zu schnell zu essen. Jetzt zwingen uns die Bedingungen, diesen Rhythmus zu verlangsamen und uns beim Schmecken und Geniessen Zeit zu lassen. Das ist eine Chance, gutes Essen wieder mehr zu schätzen!

«Die aktuelle Situation zwingt uns, diesen Rhythmus zu verlangsamen und uns beim Schmecken und Geniessen Zeit zu lassen.»

Michel Roth

GTS: Sie sind in der Welt der Gastronomie eine echte Quelle der Inspiration. Welchen Rat möchten Sie jungen Gastronomen gerade jetzt mit auf den Weg geben?

MR: Diese Situation demoralisiert den Nachwuchs ziemlich. Deshalb ist es unsere Aufgabe, für die Jungen da zu sein und den Link zwischen den Generationen sicherzustellen. Ich selbst habe mehrere Videos für Hotelfachschulen gedreht, um sie mit einem Unterrichtsmittel zu unterstützen und mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben.

GTS: Sie wurden mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, wie dem Bocuse d’Or, Meilleur Ouvrier de France oder Chevalier de l’Ordre de la Légion d’Honneur. Gibt es einen, der Sie besonders berührt hat, und aus welchem Grund?

MR: Jede dieser Ehrungen hat ihre besondere eigene Geschichte, die mich an bestimmte Momente meiner Laufbahn erinnert. Müsste ich mich für eine entscheiden, würde ich den Bocuse d’Or wählen. Er entspricht der Weltmeisterschaft der Gastronomie.

Damals vertrat ich Frankreich gegen 24 andere Länder. Ich war ausgewählt worden, mein Land zu repräsentieren, und das verstand ich als ehrende Verpflichtung gegenüber meiner Heimat. Während dieser wenigen Tage herrschte eine unglaubliche Begeisterung, und es kam zu vielen lehrreichen Begegnungen. Höhepunkt war der Gewinn des Bocuse d’Or, doch schon die Tatsache, dass ich daran teilnehmen konnte, war eine überaus bereichernde und bewegende Erfahrung.

GTS: Letzte Frage: Wo kehren Sie für das erste Auswärtsessen ein, wenn die Restaurants wieder geöffnet werden dürfen?

MR: Eigentlich möchte ich alle wiedersehen, die ich kenne! Alle Gastronomen warten darauf, ihre Kundschaft möglichst bald wieder verwöhnen zu dürfen, und ich möchte ihnen mit einem Besuch meine Unterstützung beweisen.

Wenn ich mich für ein erstes Restaurant entscheiden müsste, würde ich wohl zu meinen Freunden Corinne und Jean-Marc Bessire im «Cigalon» in Thônex bei Genf gehen (1 Michelin-Stern und 17 Punkte im GaultMillau). Es ist ein wahrer Tempel für Fischgerichte, in dem Meeresprodukte perfekt verfeinert werden! Ich kehre dort regelmässig ein, weil ich die familiäre Atmosphäre und die feine, präzise Küche von Jean-Marc besonders schätze.

Alle Informationen über das «Bayview» finden Sie auf der Website: https://www.restaurantbayview.com

Die guten Tipps von Laurent Eperon

Foto: eine kulinarische Kreation von Laurent Eperon

Laurent Eperon sublimiert die Gerichte, die er im «Pavillon», dem Restaurant des Hotels Baur au Lac, anbietet, voller Kreativität und Innovationsgeist. Der Koch mit 2 Michelin-Sternen und 18 GaultMillau-Punkten ist ein faszinierender Mensch, dem das Miteinander wichtig ist. Bis zur Wiedereröffnung seines Restaurants verrät er den Leserinnen und Lesern der Grandes Tables Suisses seine Lieblingsadressen, wenn er in Zürich auswärts essen geht.

Fotokredit : Adrian Ehrbar

Grandes Tables Suisses: Welches Restaurant darf man nicht verpassen, wenn man nach Zürich kommt, und welches Gericht empfehlen Sie dort besonders?   

Laurent Eperon: Auf jeden Fall das Restaurant Rico’s in Küsnacht ZH. Alle Gerichte sind von beneidenswerter Perfektion in Sachen Geschmack, Authentik und Kochtechnik. Ausserdem bewundere ich den farbenfrohen Stil des Chefs Rico Zandonella, der seiner Person absolut entspricht!  

Restaurant Rico’s: https://www.ricozandonella.ch

GTS: Wo gibt es die besten Zürcher und Schweizer Spezialitäten?   

LE: Im Restaurant zum Kropf, In Gassen 16, im Kreis 1. Das Ambiente ist barock, dieser Ort ist eine echte Zürcher Institution. Oder auch die «Schmiedstube» in Bülach. Abgesehen vom typischen Essen mag ich die «Dorfbeiz»-Atmosphäre der alten Schmiede, die 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist.

Restaurant zum Kropf: https://www.zumkropf.ch/angebot
Restaurant Schmiedstube: https://restaurantschmiedstube.ch

Grandes Tables Suisses: Wen empfehlen Sie für echte italienische Pasta?  

Laurent Eperon: Ich habe Glück, das Restaurant Il Tartufo, an der Lavaterstrasse 87, im Kreis 2, befindet sich in meinem Quartier. Sämtliche Speisen sind mit Liebe hausgemacht und ein wahrer Genuss!   

Restaurant Il Tartufo: http://www.iltartufozurich.com/fr

GTS: Welches ist Ihr bevorzugtes Restaurant mit exotischer Küche und weshalb?   

LE: Das «HATO – Fine Asian Cuisine», Brandschenkestrasse 20, ebenfalls in meinem Quartier. Ich kenne den Chef sehr gut. Seine asiatische Küche hat Flair und Aromen, die Gaumenfreuden schenken. Unbedingt probieren!

Restaurant Le HATO: https://hato-restaurants.com

GTS: Welche Adresse empfehlen Sie für ein schnelles Mittagessen?   

LE: Die Hatecke Metzgerei & Ustaria, Usteristrasse 12, Kreis 1, ist einerseits eine Metzgerei,die ausschliesslich Fleisch aus Graubünden anbietet, andererseits auch ein kleines Restaurant mit einem sehr angenehmen Service und der Möglichkeit, Gerichte zum Mitnehmen zu kaufen. Für mich gibt es hier eindeutig das beste mit dem Messer geschnittene Rindstatar in Zürich!

Restaurant Hatecke Metzgerei & Ustaria: https://www.hatecke.ch/

Die Stadt von Zürich

Entdecken Sie nach der Wiedereröffnung die köstliche Küche von Laurent Eperon: https://www.aupavillon.ch/de/laurenteperon.html

Restaurant Le Pavillon